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«Mehr Möglichkeiten als Risiken»

Der Vorstand des Sektors Buch und Medienhandel spricht sich einstimmig für die Fusion mit der Gewerkschaft Kommunikation aus. Ein Alleingang von comedia wäre nicht zukunftweisend. Die Fusion birgt mehr Möglichkeiten als Risiken.

Der Vernehmlassungsbericht wird weitgehend positiv bewertet. Diskutiert wurden im Vorstand dennoch einige Punkte des Entwurfs: Im Besonderen waren dies die Vertretung von Frauen und MigrantInnen in den Gremien, die Anstellung der politischen SekretärInnen, die neuen Mitgliederbeiträge (besonders die Auswirkungen für jene Mitglieder, die neu höhere Beiträge bezahlen) und – wie schon in früheren Diskussionen – die Identität und Identifizierung der Mitglieder kleiner Branchen der neuen Gewerkschaft.

Als ausserordentlich wichtig erachtet es der Vorstand, dass sich die Mitglieder weiterhin mit ihrer Branche und damit mit der neuen Gewerkschaft identifizieren können. Dazu muss für die Anliegen und Diskussionen der Buchbranche eine eigene Rubrik in der neuen Mitgliederzeitschrift geschaffen werden. Nur wenn die gesamte Vielfalt der Berufsgruppen im Mitgliederorgan abgebildet wird, lesen es die Mitglieder auch regelmässig.

In einer Branche mit einem Frauenanteil von über 80 Prozent findet die Vertretung der Frauen besondere Beachtung. Der Sektorvorstand spricht sich für höhere Frauenquoten aus, als im Vernehmlassungsvorschlag vorgesehen. Der Vorstand sieht insbesondere bei den Frauen ein grosses Werbepotenzial. Deshalb müssen sie in den Gremien gut vertreten sein.

Die MigrantInnen sind ebenfalls eine sehr wichtige Mitgliedergruppe. Zwar sprach sich die Mehrheit im Vorstand nicht für MigrantInnen-Quoten aus. Aber er empfiehlt der neuen Organisation dringend, die Strukturen so zu gestalten, dass diese Mitglieder, die in der Schweiz kaum politisches Mitspracherecht besitzen, wenigstens in ihrer Gewerkschaft gleiche Chancen haben.

Schliesslich möchte der Vorstand, dass ZentralsekretärInnen in der neuen Gewerkschaft von der Geschäftsleitung angestellt, beziehungsweise entlassen werden – und nicht vom Zentralvorstand. Wenn ZentralsekretärInnen eingestellt werden, müssen sie mit der GL und den anderen SekretärInnen zusammenarbeiten, nicht mit dem ZV. Wenn es Probleme gibt, wissen die ZV-VertreterInnen nicht, wie die betreffende Person arbeitet.
 
Ruth Schildknecht, Präsidentin Sektor Buch und Medienhandel

 
Ruth Schildknecht