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«Zu einer neuen Sprache finden»

Der Sektorvorstand Presse und elektronische Medien steht dem Fusionsprojekt von comedia und GeKo grundsätzlich positiv gegenüber.

Was die Organisation betrifft, so sehen die neuen Strukturen aber eher nach einer Dachorganisation von zwei Gewerkschaften aus als nach einer echten Fusion. Der Sektorvorstand schlägt vor, in der neuen Gewerkschaft auf die Institution der «Sektoren» zu verzichten und die neu «Branchen» genannten Berufsgruppen (bisherige Sektoren) ohne Zwischenstufe direkt bei Präsidium und Geschäftsleitung anzubinden. Eine «Sektorleitung» erscheint uns als überflüssiger bürokratischer Deckel. Die Gewerkschaftsarbeit muss nahe bei der Arbeit der Gewerkschaftsspitze stattfinden – und umgekehrt. Unser grösstes Problem ist nicht ein Mangel an Führung, sondern ein Mangel an Engagement und Basisnähe.

Wir JournalistInnen interessieren uns für jene Berufe, in denen sich ähnliche gewerkschaftliche Probleme stellen wie bei uns. Wir möchten, dass die Strukturen der neuen Gewerkschaft dieses Interesse offen bedienen.

Der heutige Sektor Presse hat zudem gelegentlich Mühe, seine Gremien zu besetzen. Die geplanten 20 regionalen Sektionen, in denen wir ohnehin immer nur eine verschwindende Minderheit darstellen würden, erscheinen uns darum absurd.
Wichtig ist auch, dass unsere Gewerkschaft zu einer neuen, überzeugenden und differenzierten Sprache findet: Ein grosser Teil unserer Mitglieder ist nicht sehr radikal, liest aber genau.

JournalistInnen lassen sich für Aktionen zur Verteidigung ihrer Rechte und für kollektive Forderungen nur sehr schwer mobilisieren. Ausserdem kann leicht zu den Arbeitnehmerverbänden impressum oder ssm gewechselt werden. Es braucht einen Kulturwandel und ein neues gewerkschaftliches Bewusstsein. Einen Aufbau von unten. Dafür gibt es im Fusionspapier (noch) zu wenig Hinweise.

An der Sektorkonferenz wurde von Mitgliedern ausserdem bemängelt, dass das Scheitern der Dreiergespräche zwischen vpod, GeKo und comedia keine neuen strategischen Überlegungen ausgelöst habe. Die aktuelle Mini-Variante erscheint als unbefriedigender Nachvollzug angeblicher Sachzwänge. Deswegen sind verschiedene Mitglieder der Meinung, die Diskussion sollte nochmals geöffnet werden. Es geht um eine vorurteilslose Einschätzung, wie unsere Interessen am besten vertreten werden, was die Möglichkeit einer Rückkehr des Sektors Presse und elektronische Medien zum vpod und andere Szenarien einschliesst.
 
Stefan Keller, Präsident Sektor Presse und el. Medien
Stefan Howald, Sektormitglied

 
Stefan Keller