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4.04.07

Thalia wächst ungebremst

Die MitarbeiterInnen der Meissner Bücher AG in Aarau, Brugg und Baden waren schockiert, als sie über den Verkauf ihrer Buchhandlungen informiert wurden. Mit dem Gesamtarbeitsvertrag bleiben aber die Arbeitsbedingungen unverändert.



Die 45 MitarbeiterInnen staunten nicht schlecht, als ihnen am Morgen des 21. März 2007 der CEO von Thalia, Hanspeter Büchler, vorgestellt wurde. Geschockt nahmen sie die Information über den Verkauf der Meissner Bücher AG zur Kenntnis. Hatte Thalia nicht erst vor ein paar Monaten die Buchhandlung Wirz in Aarau übernommen?

Kerngeschäft ohne Bücher

Peter Wanner, Verleger und CEO der AZ Mediengruppe, erklärte den Verkauf mit einer Konzentration auf das Kerngeschäft, zu dem der Buchhandel nicht mehr gehöre. Auch die Orell Füssli Buchandlungs AG sei am Kauf interessiert gewesen. Weshalb sie nicht zum Zug kam, behielt Wanner für sich. Da bleibt nur die Spekulation, dass auch bei diesem Verkauf die besser gefüllte «Kriegskasse» der zum Douglas-Konzern gehörenden Thalia-Gruppe ausschlaggebend war.

Auf die Frage, ob die MitarbeiterInnen weiterhin dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstellt würden, antwortete Wanner, dass die Meissner AG weiter bestehen und Mitglied des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbandes (SBVV) bleiben werde. Damit werde sich an den Arbeitsbedingungen und der GAV-Unterstellung der MitarbeiterInnen nichts ändern, was die Angestellten erleichtert zur Kenntnis nahmen. Auch die Geschäftsführung der drei Filialen bleibe weiterhin bei Manfred Beck.

Neuer Platzhirsch

Unterdessen hätten sich die Wogen geglättet, so eine Mitarbeiterin, der Schock sei abgeklungen. Jede und jeder arrangiere sich mit der Situation. Man warte ab: «Schauen, was kommt, und hoffen, dass es gut kommt.» Mit der Übernahme der drei Meissner-Filialen in Aarau, Baden und Brugg, die zusammen rund 13 Millionen Umsatz erwirtschaften, ist Thalia auch im Aargau Marktführerin. Gleich wie in Bern mit den Buchhandlungen Thalia und Stauffacher ist die Grossbuchhändlerin nun auch in Aarau mit zwei Buchhandlungen präsent. Unter dem Namen Wirz Thalia wurde Mitte April eine neue Buchhandlung eröffnet, einen Katzensprung von der Aarauer Meissner-Filiale.

Dezente Namensanpassung

Damit wählt Thalia eine Expansionsstrategie, die sie auch in Deutschland seit Jahren anwendet. Die Namen der eingesessenen Buchhandlungen werden beibehalten, damit der Besitzerwechsel «dezent» bleibt und eine als negativ empfundene Dominanz verhindert werden kann. Es geht aber nicht nur um die Namen. In der Regel werden die Sortimente der Buchhandlungen so differenziert, dass sie je ein eigenes Profil aufweisen. Ob die Strategie auch in Aarau erfolgreich sein wird und wie sie sich auf die anderen Buchhandlungen vor Ort auswirken wird, werden die nächsten Jahren zeigen.

Danièle Lenzin, Zentralsekretärin Sektor Buch und Medienhandel


Magazin «m» 04/2007




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