5.11.09
Edipresse-Direktion unter Druck
Am 4. November haben sich am Vormittag 150 bis 200 Personen vor dem Edipresse-Turm in Lausanne versammelt. Gleichentags, nachmittags in Bussigny, versammelten sich auch rund hundert Personen, vor dem Druckzentrum Edipresse (Centre d’impression Edipresse, CIE). Dies, um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen – gegenüber einer Direktion, die jegliche Verhandlungen verweigert. Der Kampf geht weiter.
«Zuviel ist zuviel». Dieses Spruchband der Redaktion der Tageszeitung «Le Matin» vor dem Edipresse-Turm zeigte es deutlich: Das Personal von Edipresse hat generell die Nase voll von einer Direktion, die sich trotzig verhält und keine echten Verhandlungen will.
Unterstützung von den Gemeinden der Region
Am Nachmittag sind auch Vertretungen der Gemeinden von Chavannes-près-Renens und Renens vor dem Druckzentrum Edipresse (Centre d’impression Edipresse, CIE) eingetroffen. Sie haben vor Ort die Forderungen der Beschäftigten bei Edipresse unterstützt und ihren Sorgen betreffend Arbeitssituation Ausdruck verliehen.
Übergabe eines offenen Briefes an die Direktion
Im Rahmen der beiden Protestversammlungen wurde der Direktion von Edipresse auch ein offener Brief überbracht (siehe
www.comedia.ch). In diesem Brief wird die Festlegung eines Datums gefordert, «um mit der echten Verhandlung eines echten, paritätisch ausgearbeiteten Sozialplanes zu beginnen». Verlangt wird in diesem Brief auch «dringend eine Antwort» und zwar bevor die Direktion Kündigungen ausspricht. Leider war niemand von der Direktion anwesend, um diesen Brief persönlich in Empfang zu nehmen. Eine Botin wurde daher beauftragt, der Direktion den Brief zu übermitteln.
Serge Reymond verzerrt die Realität der Fakten
Im Gegensatz zu dem was Serge Reymond, Generaldirektor Edipresse Schweiz, am Westschweizer Fernsehen (Télévision suisse romande, TSR) am 4. November um 12.45 Uhr behauptete, hat Edipresse nicht mit der Gewerkschaft comedia verhandelt. Es fand nur eine Besprechung statt. Diese mündete nicht in den Abschluss eines Sozialplans, sondern in den Versuch, einseitige Begleitmassnahmen aufzuzwingen. Folglich ist es Serge Reymond selber, der «die Realität der Fakten verzerrt» und nicht comedia, wie er gegenüber TSR erklärt hat. Er selber hatte am 3. November, in den gleichen Mittagsnachrichten des Senders eine «Besprechung» erwähnt. Übrigens: Im Gegensatz zu Reymonds Behauptung zückt die Gewerkschaft comedia keine «politische Agenda», sondern begleitet ganz einfach die Beschäftigten bei Edipresse, die echte Verhandlungen fordern und ihre Schlüsse daraus ziehen wollen.
Im Druckzentrum CIE wurde eine Delegation von Direktor Michel Berney empfangen, der sich trotzt allem geweigert hat, ein Datum für Verhandlungen zu fixieren. Das Personal des Druckzentrums, welches an der Protestkundgebung mitgemacht hatte, beschloss daraufhin einstimmig, Kampfmassnahmen zu ergreifen oder die Arbeit niederzulegen, falls die Direktion Kündigungen ausspricht bevor überhaupt ein echter Sozialplan verhandelt wurde.
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