Rund 8000 Frauen und solidarische Männer folgten dem Ruf der Gewerkschaftsfrauen und trafen sich zur nationalen Frauendemo in Bern. Im Jahr der dritten Marche mondiale des femmes nutzten verschiedene Frauengruppierungen die Gelegenheit, auf immer noch nicht erfüllte Forderungen aufmerksam zu machen.
Um die Mittagszeit begannen die letzten Vorbereitungsarbeiten für die Frauendemo: Rote Ballone mit der Aufschrift: «gleicher Lohn – salaire égale – parità salariale subito!» aufblasen, Transparente und Fahnen bereitstellen. Ab 13 Uhr füllte sich die Berner Schützenmatte allmählich mit Menschen und Transparenten. Dann setzte sich der Demonstrationszug durch die Altstadt Richtung Bundesplatz in Bewegung – die grosse Anzahl von Frauen, solidarischen Männern und Kindern war überwältigend. Wer hätte sich träumen lassen, dass es eine derart grosse Frauendemo würde? «Die Frauen sind gut vernetzt und diese zahlreichen kleineren und grösseren Netzwerke haben für diese Frauendemo gut gespielt», meint Therese Wüthrich, die zentrale Frauensekretärin von comedia.
Auf dem Weg zum Bundesplatz war die Stimmung an diesem 13. März vorfrühlingshaft und schlicht grossartig. Viele der Frauen kannten sich, doch auch Unbekannte kamen miteinander ins Gespräch. Es wurde politisiert, gelacht, aber die Frauen skandierten auch lauthals Parolen. Die Frauenband «Plugin Babes» sorgte auf dem Bundesplatz für das Tüpfelchen auf dem i.
Löhne rauf – Boni runter!
Die Rednerinnen auf der grossen Bühne verkündeten klare Botschaften. Die Slogans lauteten: Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie, Schluss mit der Gewalt an Frauen, Frieden und Entmilitarisierung. Oder auch: Löhne rauf – Boni runter, keine AHV-Revision auf dem Buckel der Frauen und Solidarität mit den Frauen weltweit.
Um auf die Frauendemo einzustimmen, hatte die Genderkommission der Gewerkschaft Kommunikation am Vormittag zu verschiedenen Stadtrundgängen eingeladen. Trotz ziemlich frischen Morgentemperaturen fanden sich rund 60 Frauen ein, um etwas über «Bern kriminell» oder «Berna bewegt» zu erfahren – andere und zum Teil unbekannte Seiten der Bundeshauptstadt. Gefragt, weshalb sie an der nationalen Demo teilnähmen, antworteten die Frauen unisono: «Es muss sich endlich etwas verändern. Schönreden bringt nichts, es müssen Taten folgen!»
Stefanie Fürst