Marianne Ebel, Feministin der ersten Stunde, Lehrerin, VPOD-Mitglied und Neuenburger Grossrätin, war bei der Marche mondiale des femmes von Anfang an aktiv und nahm als Schweizer Delegierte an der Vorbereitungskonferenz in Spanien teil.
Vom 8. März bis 17. Oktober 2010 findet die dritte internationale Aktion der Marche mondiale des femmes statt. Weltweit setzen Frauen ein Zeichen gegen Armut und Gewalt an ihren Geschlechtsgenossinnen. Im März finden lokale Aktionen statt, am 30. Juni in Istanbul eine europäische Kundgebung, und am 17. Oktober treffen sich Frauen aus allen Regionen der Welt in Süd-Kivu (Demokratische Republik Kongo).
Frauen in Bewegung …
«Das Leben der Frauen verändern, um die Welt zu verändern! Die Welt verändern, um das Leben der Frauen zu verändern!» Für Marianne Ebel ist das nicht bloss ein Motto, sondern ein aktives Prinzip, von der Marche mondiale in die Praxis umgesetzt. Junge Frauen waren unter den 140 Delegierten aus aller Welt, die in Vigo (Spanien) den Weltmarsch 2010 vorbereitet haben, gut vertreten und konnten sich eigenständig organisieren: «Es ist wichtig, dass die Jungen ihren Platz haben und ihre Forderungen aufstellen, denn sie erleben Armut und Gewalt anders als meine Generation», sagt Ebel.
… bewegen die Welt!
1998 ist der «Marsch der Frauen» als Mittel im Kampf gegen Gewalt und Armut entstanden, ein Netz, das die ganze Welt umspannt. Bei der zweiten Marche mondiale des femmes 2005 «fanden wir gemeinsame Werte und definierten unsere Forderungen neu. Gemeinsame Erfahrung und Arbeit haben uns bei der Analyse von Neoliberalismus und Antikapitalismus weitergebracht», so Ebel. Das siebte internationale Treffen in Vigo steckte während einer Woche in Workshops und Plenarsitzungen den Weltmarsch 2010 ab.
Die Frauen konnten sich trotz sehr unterschiedlicher Horizonte gut einigen, vielleicht wegen der Globalisierung der Probleme: «Wir sind alle überzeugt, dass wir die Welt ändern und vom heutigen System wegkommen müssen.» Die Marche mondiale 2010 konzentriert sich auf die vier Schwerpunkte öffentliche Güter und Dienstleistungen, Frieden und Entmilitarisierung, Frauenarbeit und ökonomische Unabhängigkeit, Gewalt gegen Frauen. Sie sind alle mit konkreten Forderungen verbunden wie Zugang zu Trinkwasser für alle, Landwirtschaftsreformen, das Recht auf soziale Sicherheit und Beteiligung der Frauen an den Prozessen für Prävention und Konfliktmanagement.
Die Delegierten der Demokratischen Republik Kongo setzten in Vigo durch, dass der Weltmarsch im Oktober im Kriegsgebiet Süd-Kivu endet – um die dortigen Frauen zu unterstützen und auf ihre fundamentale Rolle bei der Konfliktlösung hinzuweisen. «Wichtig ist, dass wir unsere Revolte in Kampf umwandeln können», schliesst Marianne Ebel.
Yves Sancey
Info:
www.marchemondiale.ch
www.marchemondiale.org