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Eine Website zeigt, wies geht

Die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit ist für junge Eltern zentral. Dabei geht es nicht nur um die private Rollenverteilung, sondern ebenso um die Frage nach der Familienfreundlichkeit von Betrieben. Eine Studie in den Kantonen Basel und Zürich und eine neue Website nehmen das Thema auf.
 
Die Erwerbsbeteiligung von Müttern hat in den letzten Jahren zugenommen. Das Angebot an Krippen und Tagesstätten für die Kleinen wurde ausgebaut, und manche Kantone setzen schulergänzende Betreuung weit oben auf die Prioritätenliste. Aber was tun die Arbeitgeber? Fördern sie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Und wie?

Im Auftrag der Fachstellen für Gleichstellung der Kantone Basel-Stadt und Zürich wurden im Herbst 2009 Unternehmen nach ihrer Familienfreundlichkeit befragt; die repräsentative Studie erlaubt laut der Zürcher Fachstelle erstmals einen Vergleich über die Familienfreundlichkeit von Betrieben. Die beiden Kantone unterscheiden sich dabei nicht wesentlich. Gut stehen Unternehmen mit einem hohen Anteil an Frauen in Führungspositionen und an Teilzeit arbeitenden Führungsleuten da. Unternehmen in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation dagegen erweisen sich als wenig familienfreundlich.

Eine Erkenntnis: Firmen sollten (auch) ihre männlichen Angestellten gezielt auf vorhandene Angebote zur Vereinbarkeit (Teilzeit, Jobsharing, Elternurlaub und so weiter) aufmerksam machen. Möglich ist vieles. Auf der Anfang Februar aufgeschalteten Website der Fachstelle für Gleichstellung des Kantons Zürich kann man «Erfolgsgeschichten» anklicken: Personalverantwortliche und Gleichstellungsbeauftragte von Firmen – darunter Raiffeisen Schweiz, Empa, Axa Winterthur – berichten über Anstrengungen und bereits Erreichtes auf dem Weg zu mehr Familienfreundlichkeit im Unternehmen. Ebenso spannend sind die Berichte von Eltern über den täglichen Spagat zwischen Arbeit und Familienleben.
 
Charlotte Spindler

 
Fünf Milliarden für die familienergänzende Kinderbetreuung
 
Die Gewerkschaft VPOD und der Krippenverband KiTaS haben gemeinsam die Petition «Kitas fair finanzieren» lanciert, welche vom Bundesrat verlangt, die Grundlagen für eine ausreichende Finanzierung der familienergänzenden Kinderbetreuung zu schaffen. Dafür soll jährlich mindestens ein Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) in Form von öffentlichen Geldmitteln (Bund, Kantone und Gemeinden) zur Verfügung gestellt werden. Heute sind es rund 0,2 Prozent.
Eine Vielzahl von Studien belege, so die InitiantInnen, dass qualitativ gute familienergänzende Kinderbetreuung integrierend wirke und die Bildungschancen der Kinder erhöhe. Diese Aufgaben können aber nur erfüllt werden, wenn dafür genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen: für gut ausgebildetes Personal, für die Betreuung in kleinen Gruppen, für eine angemessene Infrastruktur.
EIn Prozent des BIP für die familienergänzende Kinderbetreuung entspricht der Empfehlung der EU (Netzwerk Kinderbetreuung), von OECD und UNICEF. Ein Prozent des BIP - das sind heute etwa fünf Milliarden Franken. Mit diesen Mitteln sollen die familienergänzende Kinderbetreuung quantitativ und qualitativ ausgebaut, die Elternbeiträge gesenkt und nicht zuletzt die Forschung in diesem Bereich unterstützt werden. Die Petition mit rund 10 000 Unterschriften wurde am 26. Februar 2010 vor dem Bundeshaus übergeben.