
Im Rahmen des 8. März und der dritten weltweiten Aktion der Marche mondiale des femmes rufen Gewerkschaftsfrauen und die Frauenkommission des SGB zu einer Frauendemo am 13. März 2010 in Bern auf. Rund um die Welt mobilisieren sich die Frauen, um die Gleichstellung voranzutreiben. Sie fordern ein Recht auf Erwerbsarbeit und soziale Sicherheit, den Zugang zu öffentlichen Gütern (Service Public), Frieden und Entmilitarisierung und ein Ende der Gewalt an Frauen. In der Schweiz soll die Frauendemo vom 13. März 2010 mit einer eindrücklichen und fantasievollen Kundgebung zu einem Höhepunkt werden. Die Gewerkschaftsfrauen und ihre Verbände rufen zu einer starken Teilnahme auf. An der Frauendemo wollen wir Frauen von den Gewerkschaften ein starkes Zeichen setzen.
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«m»: Im Rahmen der «Marche mondiale des femmes» und des internationalen Frauentags laden die Gewerkschaftsfrauen zu einer nationalen Demo ein. Weshalb hast du vor, nach Bern zu kommen?
Annemarie Gantenbein: Weil ich mich fast täglich darüber ärgere, dass Frauen noch immer nicht die gleichen Rechte haben. Das betrifft sowohl die Frauen in der Schweiz wie auch in anderen Ländern.
Ganz konkret?
Wie die Ökonomie organisiert ist, zum Beispiel. Es ist unglaublich, wo Frauen überall zurückstecken, damit die Gesellschaft funktioniert. Das fängt bei der Kindererziehung an und hört bei der Pflege alter Menschen auf. Es scheint mir wichtig, dass man nicht bloss den Kapitalismus kritisiert, sondern auch die Rolle der Frauen in diesem System und auch bei den Gewerkschaften.
Was betrifft dich selber?
Das Frauenrentenalter, obwohl das noch weit weg ist, ich bin ja erst 42 Jahre alt. Als selbstständige Technopolygrafin bin ich von geschlechtsbedingten Lohnunterschieden nicht betroffen. Für viele andere Frauen ist Lohnungleichheit aber immer noch ein Thema. Das muss gesagt sein, auch zum tausendsten Mal und auch wenn es allen auf den Keks geht. Aber es geht um mehr. Beim ungleichen Lohn von Krankenpflegerinnen und Polizisten zeigt sich die unterschiedliche Bewertung von Arbeit.
Ist eine Demo das richtige Mittel, um Veränderungen zu bewirken?
Eine Demo hat vor allem Symbolwert. Der Gang auf die Strasse schafft Öffentlichkeit. Es wird immer wieder versucht, das Demonstrationsrecht einzuschränken, teilweise mit Erfolg, zum Beispiel am World Economic Forum. Gerade auch deshalb ist es wichtig, an diesem demokratischen Recht auf Öffentlichkeit festzuhalten.
Was muss nach der Demo passieren?
Es muss gelingen, auch jüngere Frauen zu begeistern. Der soziale Kampf ist sehr ernst geworden; vielleicht braucht es einen gewissen Spassfaktor, damit die Jungen mitziehen.
Welcher Slogan der Frauendemo spricht dich am meisten an?
Gleichstellung ist kein Schönwetterprogramm, das beinhaltet alles.